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Die Zukunft liegt in unseren Händen!

Im Handwerk erleben wir gerade einen erstaunlichen Widerspruch“, stellte Dietmar Schäfers fest. „Die Bauwirtschaft boomt wie lange nicht, trotzdem zahlen teilweise selbst verbandsgebundene Betriebe nur den tariflich vereinbarten Mindestlohn.“
Der Stellvertretende IG BAU-Bundesvorsitzende rief die Teilnehmer der IG BAU-Bundeshandwerkskonferenz und des Bundesarbeitskreises Berufliche Qualifizierung am vergangenen Freitag dazu auf, sich dieser Entwicklung entgegenzustellen. Gleichzeitig warb er dafür, die Zeit bis zur Bundestagswahl politisch zu nutzen. „Wir haben berechtigte Forderungen an die Parteien. So hat sich gezeigt, dass die im Zuge der Agenda 2010 fallengelassene Meisterpflicht ein großer Fehler war“, sagte Schäfers. „Besonders hart ist der Wegfall für Fliesenleger. Zudem ist es auch eine Frage des Verbraucherschutzes. Die Qualität leidet. Deshalb muss der Meister für Handwerksberufe wieder neu geregelt werden.“ Auch die Überarbeitung des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) steht für die Gewerkschaften auf der Tagesordnung. „Eine Imagekampagne allein reicht nicht, die Probleme des Handwerks zu beheben“, sagte DGB-Bildungsexperte Thomas Giessler. „Wir müssen Druck aufbauen, damit sich etwas ändert.“ Giessler referiert als Gast der IG BAU-Konferenz über die Punkte Neuordnung der Ausbildung sowie Integration und Digitalisierung des Arbeitsmarkts. Sein Fazit: Die duale Ausbildung ist ein Zukunftsmodell. Im Anschluss wählten sowohl die Bundeshandwerkskonferenz als auch der Bundesarbeitskreis Berufliche Qualifizierung ihre Vorstände (s. Fotos).

Der Patin sei gedankt

„Den kann ich doch mitbetreuen!“, sprudelt es aus ihr spontan heraus. Ute Langenbahn, Betriebsratsvorsitzende der UKS-Service GmbH, hatte soeben von ihrem Branchensekretär erfahren, dass in der Fa. Celesta Gebäudereinigung (Homburg/Saar) ein Betriebsrat gewählt wurde. Die Idee wurde aufgegriffen und so hoben Ute Langenbahn und Thomas Kreten, ihr zuständiger Branchensekretär, die Betriebsratspatenschaft für Celesta aus der Taufe.

Natürlich musste auch das „Patenkind“ eingeweiht werden. So wurde ein Treffen organisiert, und Bernhard Kullmann, BR-Vorsitzender von Celsta, und Ute lernten sich kennen. Bernhard erzählte, wie es zu dem Betriebsrat kam: „Nicht alles was tariflich festgeschrieben ist, wurde in unserer Firma 1:1 umgesetzt. Vor allem das zusätzliche Urlaubsgeld wurde selbst Gewerkschaftsmitgliedern beharrlich verweigert. Probleme der Mitarbeiter wurden ignoriert.“

„Ich habe mich schon als Objektleiter für meine Leute eingesetzt, “ so Bernhard weiter. „Und nachdem ich mich an die Gewerkschaft gewendet habe, ging es auch sehr schnell mit dem Betriebsrat.“ Bernhard erzählte noch einige spannende Geschichten, die im Rahmen der Betriebsratswahl vorgefallen sind, und Ute gab noch ein paar Storys aus ihrer Betriebsratsarbeit zum Besten.

Im Laufe des Gespräches stellte sich dann heraus, dass Ute und Bernhard viele Gemeinsamkeiten bei den betrieblichen Problemen haben. „Das ist bei uns auch so“, gab es von Ute des Öfteren zu hören, und Bernhard lauschte gespannt, wie Ute mit den Problemen so umgeht.

Bernhard war begeistert von der Idee einen Paten als neugewählten Betriebsrat zu bekommen. Schließlich ist er ja nicht als Betriebsratsvorsitzender auf die Welt gekommen und froh, eine „alte Häsin“ wie Ute als Patin zu haben. Auch Thomas Kreten als zuständiger Gewerkschaftssekretär findet die Idee toll. „Wenn ein Betriebsrat einem anderen Betriebsrat Ratschläge gibt, sind das Ratschläge aus der Praxis und manchmal besser als die theoretischen Lösungsansätze eines Gewerkschaftssekretärs.“

Mittlerweile hat sich die Patenschaft mehr als bewährt. Bernhard und Ute stehen in regelmäßigen Kontakt. Ihre Erfahrungen nutzen sie gegenseitig. Bernhard ist seit einiger Zeit auch Mitglied in der Bezirksfachgruppe der Gebäudereinigung, in der Ute Fachgruppenvorsitzende ist.

Betriebsratsarbeit macht Spaß. Da sind sich alle drei einig und auch was die Gewerkschaftsarbeit angeht ertönt es im Dreiklang:

„IG BAU - die tun was!“

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